Name:

Markus Jander

geboren: 1969 in Dortmund
Ich lebe/arbeite in: Dortmund
künstl. Ausbildung: 1969 bis 1995:   keine
1995 bis 1999:   Abend-Studium am IBKK Bochum
1996 u.  1997:   Workshops bei Jürek

 

Veröffentlichungen: 1996 "ArtScene International" Nr. 06/96 
1997 "ArtScene International" Nr. 04/97 
1998 "ArtScene International" Nr. 04/98 
2000 "KONTour", Künstlerporträt in der Zeitschrift KonTour 
2001 "ArtScene International" Nr. 03/01 
2007 "Airbrush Step by Step"  Nr. 03/07
2007 "Airbrush Step by Step"  Nr. 04/07
Beteiligungs-
Ausstellungen:
1996 Airbrushmesse Passau
1997 International Airbrush Forum Castrop
1997 Airbrush Art im Rahmen "Junge Kunst" des/der IBKK/IAOAA
1996-1998 diverse Bilder im Creativ Markt Dortmund, T-Shirts bei Petzoldts und in weiteren Läden der damaligen "Airbrush-Szene" (Essen, Dortmund)

Für die, die es interessiert:

Nein, ich beschäftige mich nicht schon seit frühester Jugend mit Kunst und meine Lieblingsbeschäftigungen waren auch nicht Malen und Zeichnen. Ferner war niemand in meiner Familie schon immer Künstler und hat mich früh beeinflusst. Schade eigentlich!

1991 erwarb ich, beeindruckt von dem Foto eines Bildes, das einen Namen als Chromschrift darstellte, meine erste Mal-Ausrüstung. Die zurechtgeschnittenen Fotos des Bildes wurden als Visitenkarten benutzt und man hatte mir gesagt, dass es ein "Airbrush-Bild" sei. Das Bild war im Original im Format 50 x 70 cm mit der Airbrush-Technik gemalt. So etwas wollte ich auch "machen" können! Ich hatte ja noch keine Ahnung, wie das wirklich gehen sollte. Das man dazu "malen" musste, hatte ich irgendwie nicht so richtig bedacht.
Ich kaufte also eine Airbrush-Ausrüstung, eine IWATA HP-B mit einem Membrankompressor und Eiweißlasurfarben, damals noch in einem Laden für Modellbauzubehör.

Nach ersten Versuchen kam die Erkenntnis, dass es doch nicht so einfach war, wie ich erwartet hatte. Die vorherrschende Meinung der meisten Menschen damals - mich eingeschlossen -  war (und einige glauben es heute noch), dass  "Airbrush" eine Art Wunderwaffe für gute Bilder wäre. Aus dieser Meinung entstand einige Jahre später letztlich auch der regelrechte Airbrush-Hype.
Mein Airbrush verstaubte immer mehr, bis ich 1993 Jürgen Grabowsky bei einer Vorführung zum Thema Airbrush-Technik in einem Geschäft für Künstlerbedarf traf.
Das Universum wollte es, dass er es war, der die o. g. Chromschrift als Visitenkarte für seine Nichte gemalt hatte. Er ließ sich damals glücklicherweise sehr bereitwillig mit Fragen löchern, und so kam ich endlich einen Schritt weiter. Sozusagen nebenbei war ich dann einige Zeit später auch an meinem Ziel angelangt, so eine Chromschrift "machen" zu können.

Trotz dieser Begegnung dümpelte meine Malerei die nächsten 2 Jahre nur mit Haarspangen, Krawatten und anderen, airbrush-typischen Gegenständen dahin. Auf Dauer war es mir aber zu langweilig, immer irgendwelche nützlichen Dinge zu besprühen und auf Autos oder gar Tankdeckel wollte ich nichts malen. 
Dann schwappten erste Berichte aus den USA über den Teich und damit auch das T-Shirt-Malen. T-Shirts waren und sind ein guter Untergrund zum Üben, da es einzelne Farbdosierungsfehler viel einfacher verzeiht, als dies grundierte Leinwand oder Illustrationskarton tut. Hinzu kommt auch, dass sie nicht wirklich "nützlich" sind, denn wer soll die meisten Shirts auf dieser Seite anziehen? (grins)
Daher sind seit 1995 - aus den verschiedensten Motivationen heraus - immer wieder T-Shirts entstanden.

Im Jahr 1995 hatte mich dann der Ehrgeiz gepackt und ich wollte einfach tiefer in die Materie einsteigen. Ich besuchte am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (IBKK) in Bochum zunächst einen Atelier-Arbeitskreis, da ich endlich mehr über diese Maltechnik erfahren und lernen wollte. Begeistert über die vielen gleichgesinnten Geister dort, begann ich noch im selben Jahr das Abend-Studium am IBKK. Während dieser Studienzeit sind dann auch viele meiner Bilder auf Illustrationskarton entstanden, weil ich endlich mal gezwungen war, zu malen.

Mit dem Auftauchen der amerikanischen Airbrush-Zeitungen auf dem deutschen Markt begann auch meine Begeisterung für die Arbeiten von Jürek, weshalb ich an den Jürek-Workshops auf den Internationalen Airbrushforen 1996 und 1997 teilnahm.  Es war die Zeit des absoluten "Airbrush-Hypes". Jeder wollte irgendwie "Airbrusher" werden und die Foren in Castrop waren eine echte Bereicherung der europäischen Szene, die sich allerdings schnell wieder aufgelöst bzw. erheblich an Größe verloren hat. Nur wenige, die man von damals kennt, sind dabei geblieben und dadurch immer besser geworden. 

Zu dieser Zeit lernte ich auch Christian Petzoldt (Petzoldts) kennen, dessen Wissen und Erfahrung rund um die Airbrushtechnik einzigartig ist. Von ihm und seinen Brüdern lerne ich bei jedem Besuch irgendetwas Neues, auch, wenn meine Besuche dort immer seltener werden, da mir mein eigentlicher Beruf kaum Zeit und damit Muße zum Malen lässt. 

Nach 6 Semestern stand damals dann die Diplomprüfung am IBKK an. Parallel dazu bot sich mir auch die Möglichkeit, mich in meinem Beruf entscheidend weiterzuentwickeln, wenn ich noch mehr Zeit investieren würde.
Ich entschied mich damals aus finanziellen Gründen für den Beruf. Das ging und geht immer noch auf Kosten meiner Freizeit, so daß ich damals aus echter Zeitnot - und natürlich auch der damit verbundenen Faulheit - diese Prüfung nicht abgelegt habe. Meiner Meinung nach kann man nur eine Sache wirklich gut machen und nicht mehrere gleichzeitig. Ich bin halt ein Mann ;-).

Neben dem Erlernen der Airbrush-Maltechnik brachte mir dieses Studium aber noch etwas für mich völlig Unerwartetes und damals gar nicht angestrebtes!
Ich hatte plötzlich ein Interesse/Verständnis für und von Kunst entwickelt.
Dafür bin ich besonders Lars Dian Ollison (Kunstforum Brakel) dankbar, ohne den ich z. B. nie auf den Gedanken gekommen wäre, mir freiwillig Bücher über Salvador Dali, M. C. Escher o. ä.  zu kaufen. Die damit verbundenen Denkanstöße und das Erkennen der Intentionen der Künstler, waren etwas völlig Neues für mich.
Ich hätte mir gewünscht, dass dort mehr Dozenten so "gebrannt" hätten wie er, um die Studenten zu entzünden.

"Kunst" nicht einfach nur anzuschauen, sondern ggf. auch zu verstehen, wird in einigen Fällen wohl weiter schwer bleiben. Mein Verständnis davon/dafür ist aber entwickelt worden und entwickelt sich ständig weiter, je mehr ich mich mit ihr beschäftige. Also schade, dass ich mich nicht schon seit frühester Jugend mit ihr beschäftige.

Ein Teil meiner Bilder sind nicht mein geistiges Eigentum, sondern nur mit der erlernten Maltechnik neu umgesetzt worden (bis ca. 1998).
Es gelingt mir immer besser, einen eigenen Weg zu finden und meine Ideen auch zeichnerisch umzusetzen. Aufgrund des schon angesprochenen, beruflich bedingten Zeitmangels habe ich allerdings immer noch wenig Muße, diese Zeichnungen auch in fertige Bilder umzusetzen oder meinem Hirn neue Zeichnungen zu entlocken. Ich bin allerdings guter Dinge, dass dies durch mein Grafiktablett Wacom Intuos 3 und Corel Painter mehr wird, wobei es damit auch nicht unbedingt schneller geht, es aber einen Zurück-Button gibt, der das Experimentieren leichter macht. 

Zur Zeit ist Kunst für mich, meine Zeit, meine Konzentration und mein Wissen eben der Kunst zu widmen. 
Ich hoffe, dass mir irgendwann "meine Kunst" gelingt, insbesondere mit der nötigen Zeit und der sich daraus ergebenden Muße.

Markus Jander
2006